Max Maro im Interview

 

 

 

 


Max Maro, Sie haben mit „Der Gallische Krieg – Reloaded“ eines der umfangreichsten Standardwerke der Weltgeschichte neu erzählt. Warum?
Ehrlicherweise muss ich gleich mal richtig stellen, dass ich mich bisher nur an das erste Buch dieses insgesamt 8-bändigen Werkes getraut habe. Mir ging es so wie vermutlich vielen Lateinschülern und -Studenten. Ich musste während meines Studiums einige Teile dieses Klassikers übersetzen. Das fiel mir unglaublich schwer. Und zwar nicht nur wegen meiner schlechten Lateinkenntnisse. Ich hatte ehrlich gesagt nie kapiert, worum es in diesem Ding überhaupt ging. So grundsätzlich, meine ich. Freunde von mir, deren Kindern es genauso geht, haben mich dann auf die Idee zu der „Reloaded“-Version gebracht.

Sie haben noch vor Erscheinen des Buches einen Teil Ihrer Neu-Erzählung im Internet veröffentlicht. Wie war die Resonanz?
Riesig! Es gibt für alle Latein-Freaks ein super Forum, Latein24.de, wo jede Menge Übersetzungen zu finden sind. Dort habe ich meine „Reloaded“-Version mal vorsichtig gepostet um zu sehen, ob das überhaupt jemanden interessiert. Heute ist dieser Beitrag unter dem Arbeitstitel „Der Scheiß mit dem Gallischen Krieg“ mit über 3400 Aufrufen einer der beliebtesten Beiträge.

Sehen Sie Ihr Buch als Arbeitsmaterial oder als Spaßbuch?
Im Grunde ist es beides. Für alle, die sich in Schule oder Studium mit dem Bellum Gallicum auseinandersetzen müssen, ist mein Buch eine praktische Hilfe. Weil man an jeder x-beliebigen Stelle des Originals meine Neu-Erzählung als inhaltliche Übersetzung daneben legen kann. Ich habe bei meiner Arbeit ja nicht irgendwie in der Gegend rumgepfuscht. Auch wenn sich das vielleicht so liest. Sehr detailliert ist Kapitel für Kapitel neu erzählt. Aber weil das Lesen leicht fällt, liest man vielleicht mehr als nur das unbedingt Nötige. Dann hab ich auch überhaupt kein Problem mit der Bezeichnung „Spaßbuch“.

Also „Lach- und Sachgeschichten“?
Das ist es! Wie bei der Sendung mit der Maus. Genau. Guter Vergleich. Da werden auch alle möglichen Sachen so aufbereitet, dass man Spaß dabei hat und gleichzeitig kapiert, was Sache ist.

Werden Sie auch die weiteren Bücher dieses Gesamtwerkes „übersetzen“?
Ich habe den Eindruck, dass Buch 1 des Gallischen Krieges besonders oft gelesen bzw. übersetzt werden muss. Die weiteren Bücher scheinen irgendwie nicht so wichtig zu sein. Und ich bin ja auch nicht der Latein-Experte. Mich interessiert zum Beispiel auch das Thema Klassische Musik. Deshalb habe ich auch mal einige von Mozarts berühmtesten Opern in eine leicht verständliche „Reloaded“-Form gebracht. Also nicht die Musik natürlich, sondern nur die Stories. Die erscheinen auch gerade im Paseo Verlag.

Für wen schreiben Sie Ihre Reloaded-Versionen?
Mein erstes Buch Der Gallische Krieg – Reloaded habe ich angefangen zu schreiben, weil die Kinder von Freunden im Latein-Unterricht nie kapiert haben, worum es eigentlich geht. Also habe ich für Jugendliche geschrieben. Dann riefen mich die Eltern an und sagten, sie hätten jetzt endlich auch verstanden, was da Sache ist. Als wir einige Zeit später mit diesen Freunden in die Mozart-Oper Die Zauberflöte wollten, hab ich vorher Die Zauberflöte – Reloaded gemacht. Eigentlich nur so aus Spaß. Die Resonanz im Freundes- und Bekanntenkreis war ziemlich gut. Da hab ich mich dann auch noch an einige andere Mozart-Klassiker gewagt. Seitdem schreibe ich einfach für alle, die etwas komplizierte Themen gerne leicht verständlich und schnell lesen möchten. Das macht mehr Spaß und bringt mehr Durchblick!

Ihre Erzählsprache ist sehr salopp aber keiner bestimmten Gruppe zuzuordnen.
Stimmt. Seit einiger Zeit wird von Comedians und Autoren gern der Unterhaltungswert spezifischer Ausdrucks- und Umgangsformen sozialer und ethnischer Gruppen ausgenutzt. Kunstfiguren wie Erkan und Stefan zum Beispiel spielen mit Sprachelementen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe. Das machen meine Reloaded-Versionen nicht. Ich glaube, man kommt mit solchen „Kanakisch“-Übersetzungen schnell an Grenzen. In meinen Neu-Erzählungen benutze ich einfach nur die Sprache, die ich persönlich auch im Gespräch mit Freunden verwende. Da sind viele verschiedene Elemente drin. Bezüge zu aktuellen TV-Formaten, Vergleiche mit Prominenten oder Beispiele aus unserer modernen technischen Welt.

Was kommt nach „Mozarts berühmteste Opern – Reloaded“?
Ist noch nicht entschieden. Fragen Sie doch mal Ihre Leser! Vielleicht gibt es ja Themen, auf die ich gar nicht komme. Das deutsche Steuerrecht zum Beispiel. Nein, ist nur Spaß!

Wo bekommt man Ihre Bücher?

Zurzeit am einfachsten im Internet, z.B. bei Amazon oder direkt beim Verlag auf
www.paseo-verlag.de. Ich hoffe aber sehr, dass meine Neu-Erzählungen spätestens ab dem nächsten "Reloaded"-Buch auch beim Buchhändler an der Ecke zu kriegen sind.

Danke für das Gespräch.

 

     
 

 







   

 

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